Whisky aus Deutschland – oder Deutscher Whisky?

Macht das überhaupt Sinn? Kann das schmecken? Warum sollte es denn noch eine weitere Brennerei in Deutschland geben, die sich intensiver mir diesem Thema befasst? Und überhaupt: Haben wir denn nicht schon genug Destillen hier im Lande?

Und wenn jetzt wider Erwarten ein “warum denn eigentlich nicht?” oder “doch, doch, es gibt da noch Bedarf”, oder ein ähnlich lautender Gedanke aufkeimt: Die – versprochen – letzte Frage: Warum denn nun ein Whisky aus Groß Schretstaken im Herzogtum Lauenburg in Schleswig Holstein, gebrannt von Fabian Rohrwasser, Brenner und Betreiber der Feingeisterei auf dem benachbarten Gut Basthorst im gleichnamigen Ort?

Zugegeben: Der Plan ist ambitioniert: Aufbau einer Whiskybrennerei. Die Idee fanden wir aber verlockend: Schließlich ist Whisky ja ein fazinierendes Getränk… …und passt ja dann doch irgendwie gut in den Norden: Küstennähe, fast schottische Klima, weite Landschaft und ein wenig Nieselregen. Nun mussten natürlich noch Antworten auf die Fragen her, die wir uns gestellt hatten, siehe oben.

Die Antwort auf die Sinnfrage war einfach: Ja, es macht Sinn – schließlich macht Whisky immer Sinn – oder? Kann das Schmecken? Ja, es kann. Davon sind wir überzeugt. Schließlich haben wir vorgearbeitet, um auch den Beweis antreten zu können: Am 30.09.2015 haben wir das erste Fass mit unserem New Make befüllt, natürlich gleich in der richtigen Größe: Seitdem ruht das 223 Liter fassende Fass aus medium toasted virgin Schleswig-Holstein oak, um im Fachjargon zu bleiben.
Seitdem ist bei uns viel passiert – wir haben einen passenden Ort für die neue Brennerei gefunden: Eben jenen Resthof in Groß (!) Schretstaken. Wir haben ab 2018 immer mal wieder “Experten” und “Amateure”, “Kenner” und “Laien” zu unserem Whisky befragt. Und die Antworten haben führten nach dem ein oder andern mit viel Papier und Rechnereien verbrachten Tag letztendlich zur Errichtung der FARO Whisky Distillery.

Zum Schluss noch zur Eingangsfrage: Whisky aus Deutschland: Ja das gibt es. Schon lange. Und auch gut. Und Deutschen Whisky? Hier wird es schon etwas kniffliger: Was ist denn das nun wieder genau? Definiert der Ort der Destillation letztendlich den Inhalt der Flasche, oder die Herkunft der Rohstoffe, Fass und Wasser, oder ist es gar der Brenner selbst, die Art der Anlage, oder irgend ein anderer geheimnisvoller Bestandteil? Diese Frage gilt es zu ergründen. In unseren Augen darf es auch Deutschen Whisky geben. Und zwar mit einer gehörigen Protion Eigenstänigkeit, Regionalität bei den Zutaten (Getreide, Wasser und Fass) und Individualität in den Destillationstechnik. Nicht zu vergessen: Auch in einer Brennerei gibt es Brenner – aus Leidenschaft zum Beruf und mit Liedenschaft für Whisky.


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