„Peated” bedeutet, dass das Malz über Torfrauch getrocknet wurde – der Whisky schmeckt dann rauchig und erdig. „Unpeated” bedeutet ohne Torfrauch – der Whisky bleibt fruchtig und mild. Das ist der ganze Unterschied in einem Satz. Interessant wird es, wenn man versteht, wie der Rauch ins Malz kommt und warum zwei Whiskys aus derselben Gerste völlig verschieden schmecken können.
Wie der Rauch in den Whisky kommt
Der Rauchgeschmack entsteht nicht beim Brennen und auch nicht durch ein Aroma, das später zugesetzt wird. Er entsteht beim Darren – dem Trocknen des gekeimten Malzes.
Nach dem Keimen muss das feuchte Grünmalz getrocknet werden, um den Keimprozess zu stoppen. Wird dabei Torf verbrannt, zieht der Rauch durch das Malz und lagert sogenannte Phenole an den Körnern an. Diese Phenole überstehen später Maischen, Gärung und Destillation – und landen am Ende im Glas. Kein Torf beim Darren, kein Rauch im Whisky. So einfach ist das Prinzip.
Wie stark ist „rauchig”? Der ppm-Wert
Der Rauchgrad lässt sich messen: in ppm (parts per million Phenol) im Malz. Grob zur Orientierung:
- 0 ppm: unpeated – fruchtig, malzig, mild
- bis ~15 ppm: leicht getorft, dezenter Rauch
- 20–40 ppm: deutlich rauchig
- 50 ppm und mehr: stark getorft, wie man es von einigen Islay-Whiskys kennt
Wichtig: Der ppm-Wert beschreibt das Malz, nicht den fertigen Whisky – im Laufe der Produktion geht ein Teil der Phenole verloren. Er ist also ein Anhaltspunkt für die Intensität, kein exaktes Geschmacksversprechen.
Wie schmeckt was?
Unpeated öffnet die fruchtige, malzige Seite des Whiskys: Noten von Getreide, Vanille, Honig, hellen Früchten. Wer Whisky neu für sich entdeckt, steigt hier meist leichter ein.
Peated bringt Rauch, Torf, manchmal etwas Medizinisches, Jod oder Lagerfeuer. Das polarisiert – wer es mag, liebt es. Es ist der Geschmack, der Whisky für viele erst „ernst” macht.
Beides ist keine Frage von besser oder schlechter, sondern von Charakter und Anlass.
Warum FARO beide selbst herstellt
Die meisten Brennereien kaufen ihr Malz mit festem Torfwert zu. Weil wir bei FARO selbst mälzen und darren, bestimmen wir den Rauchgrad nach eigener Vorstellung – und produzieren sowohl peated als auch unpeated Malz aus regionaler Bio-Gerste. So entstehen zwei Charaktere unter einem Dach, ohne Kompromiss beim Rohstoff.
Was das für die eigene Mälzerei im Detail bedeutet, erklären wir hier: [Eigenes Malz, eigener Charakter].
Welcher Whisky passt zu dir?
Wenn du gern fruchtige, zugängliche Aromen magst oder gerade erst einsteigst, ist ein unpeated Whisky der natürliche Startpunkt. Suchst du Tiefe, Rauch und Ecken und Kanten, führt an einem peated kein Weg vorbei. Am ehrlichsten findest du es heraus, indem du beide nebeneinander probierst.
Genau das kannst du bei einem Whisky-Tasting bei uns tun – wir stellen peated und unpeated direkt gegenüber, damit du den Unterschied nicht nur liest, sondern schmeckst.
→ [Whisky-Tasting buchen] · [Unsere Whiskys im Shop] · [White Dog – der Rohbrand]
Über den Autor: Fabian Rohrwasser ist Gründer und Brenner der FARO Whisky Distillery in Schretstaken (Schleswig-Holstein) – einer der wenigen deutschen Brennereien mit eigener Mälzerei, in der peated und unpeated Malz selbst hergestellt werden.